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Aufbau eines Cloud-Teams für globale Fahrzeugkonnektivität bei VWGS

In der digitalen Transformation der Automobilindustrie stellte sich Volkswagen Group Services (VWGS) der Aufgabe, ein Cloud-Team von Grund auf aufzubauen. Diese Fallstudie zeigt, wie kritische IT-Services in kurzer Zeit stabilisiert und die Grundlagen für die Zukunft der Fahrzeugkonnektivität gelegt wurden.

99,5 % SLA

erreicht mit der Hälfte des geplanten Teams
Kunde

Volkswagen Group Services

Branche

Automobilindustrie

Matica zručností tímu na obrazovke v zasadačke

Die wichtigsten Punkte:

  • VWGS Slovakia musste ein Cloud-Team von Grund auf aufbauen
  • Die Übernahme von 15 Services ohne Ausfallzeiten und die Modernisierung der Infrastruktur waren die zentralen Herausforderungen
  • Ziel waren stabile Services und ein SLA von über 95 %
  • Die Lösung lag in der Zusammenarbeit mit Aspecta und der Einführung von ITIL-Prozessen
  • Das Projekt erreichte 99,5 % SLA und ein Team von 50 Personen

Die Automobilindustrie durchläuft einen grundlegenden Wandel, in dem Fahrzeugkonnektivität zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor wird. Automobilhersteller entwickeln sich zu Anbietern umfassender Mobilitätslösungen. Das erfordert robuste Cloud-Plattformen, die sehr große Datenmengen in Echtzeit verarbeiten, die Sicherheit gewährleisten und den Nutzerinnen und Nutzern eine intuitive Oberfläche bieten.

Klassische Ansätze für den Aufbau solcher Systeme stoßen häufig an Grenzen bei Skalierbarkeit und Flexibilität. Immer mehr Unternehmen setzen deshalb auf Cloud-Lösungen und auf Partnerschaften mit spezialisierten IT-Unternehmen, die das nötige Know-how und die nötige Agilität mitbringen.

Der Kunde

Volkswagen Group, einer der weltweit größten Automobilhersteller, hat sich entschieden, den Herausforderungen der digitalen Ära aktiv zu begegnen. Mit dem Ziel, sich im Markt für Mobilität von morgen klar zu positionieren, suchte das Unternehmen nach Wegen, fortschrittliche Technologien in seine Fahrzeuge und Services zu integrieren. Volkswagen Group Services, eine Tochtergesellschaft des Konzerns, wurde mit der Umsetzung dieser Vision in IT und Konnektivität betraut.

VWGS Slovakia stand vor der Aufgabe, ein Team aufzubauen, das die Cloud-Infrastruktur des Volkswagen Konzerns betreiben kann. Ausgangspunkt war ein erfolgreiches Projekt zur Migration eines großen Systems in die Cloud von Volkswagen Group, bei dem das Cloud-Team von Aspecta unterstützt hatte. VWGS Slovakia verfügte jedoch über kein eigenes Team für einen solchen Betrieb, und die vorhandenen personellen Kapazitäten reichten für den Umfang des Projekts nicht mehr aus.

Das Problem: Herausforderungen beim Aufbau des Cloud-Teams

Die erste Hürde bestand darin, den deutschen Partner davon zu überzeugen, dass ein slowakisches Team ein Cloud-Team von Grund auf aufbauen und eine Aufgabe dieser Größenordnung bewältigen kann.

Die nächste Herausforderung war die Übernahme von mehr als 15 Services mit unterschiedlichen Technologien ohne kritische Ausfälle in der Übergangsphase. Diese Services hatten einen jeweils eigenen technischen Hintergrund und erforderten ein breites Spektrum an Fachwissen.

Erschwerend kam die unvollständige Übergabe durch externe Support-Teams von Drittanbietern hinzu. Dadurch wurden einige zentrale Kenntnisse und Prozesse nie vollständig weitergegeben. VWGS Slovakia hatte zudem technische Schulden in Form veralteter Infrastruktur und eines ungeeigneten oder unzureichenden Monitorings. Erforderlich war deshalb nicht nur die Übernahme der bestehenden Systeme, sondern auch deren Modernisierung und Optimierung.

Die Einführung eines 24/7-Support-Modells war eine weitere Herausforderung, denn sie erforderte Änderungen an Arbeitsabläufen und Unternehmenskultur. Die Einführung von ITIL-Prozessen und die Schulung der Mitarbeitenden waren notwendig, um IT-Services effizient und standardisiert zu betreiben.

Schließlich bestand eine der größten Herausforderungen darin, 30 bis 50 Cloud-Spezialisten in kurzer Zeit zu gewinnen, was angesichts des umkämpften Arbeitsmarkts im IT-Sektor besonders anspruchsvoll war.

VWGS Slovakia hat sich für das Projekt ehrgeizige, aber notwendige Ziele gesetzt:

  • Primäres Ziel: Übernahme und Stabilisierung von mehr als 15 Services mit unterschiedlichem technologischem Schwerpunkt bei minimalem Personaleinsatz. Im Vordergrund stand der effiziente Einsatz der Mitarbeitenden bei gleichbleibend hoher Servicequalität.
  • SLA-Ziel: ein Gesamt-SLA von über 95 % und damit Stabilität, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit der Services.
  • Vertrauen gewinnen: Der Kunde musste von der Qualität des slowakischen Teams überzeugt werden. Das war für den langfristigen Erfolg entscheidend und erforderte konsistente Ergebnisse und transparente Kommunikation.
  • Kompetenzen ausbauen: Ein weiteres Ziel war es, die Kompetenzen des Teams für künftiges Wachstum und neue Services zu stärken, damit VWGS Slovakia zu einem zentralen Anbieter von Cloud-Services für Volkswagen Group werden kann.

Die Lösung: effektive Zusammenarbeit und modernisierte IT-Services

Um diese Ziele zu erreichen, hat VWGS Slovakia gemeinsam mit Aspecta eine umfassende Lösung umgesetzt, die Fachwissen, strategische Planung und neue Ansätze für Teamaufbau und Servicebetrieb verbunden hat.

Ein zentrales Element war der Einsatz des Cloud-Teams von Aspecta, das als externer Partner dabei half, den Betrieb in kurzer Zeit sicherzustellen. Dieses Team brachte nicht nur technisches Wissen mit, sondern auch Erfahrung aus vergleichbaren Projekten, was eine schnelle und effiziente Übernahme der Services ermöglichte.

Um das Vertrauen des Kunden zu gewinnen, wurde regelmäßiges Kundenfeedback systematisch eingeholt und priorisiert. So konnte VWGS Slovakia schnell auf Bedürfnisse und Erwartungen reagieren, Vertrauen aufbauen und die Beziehung zwischen beiden Seiten festigen.

Zur Verbesserung der Servicequalität und zum Erreichen der SLA-Ziele wurde eine eingehende Analyse der SLA-Verletzungen durchgeführt. Auf dieser Grundlage entstanden ein detaillierter Improvement Plan und gezielte Schulungen für die Teammitglieder. Dieses systematische Vorgehen bei der Identifikation und Behebung von Problemen hat wesentlich zu Zuverlässigkeit und Qualität der Services beigetragen.

Das Team von Aspecta spielte auch bei der internen Weiterbildung eine zentrale Rolle. Es half beim Aufbau von Wissen in den einzelnen technischen Bereichen und bei der Erstellung eines allgemeinen Schulungsplans. Das stärkte die Kompetenzen der bestehenden Teammitglieder und erleichterte die Einarbeitung neuer Mitarbeitender.

Für den Abbau der technischen Schulden und die Modernisierung der Infrastruktur wurde ein umfassender Plan erarbeitet. Er umfasste die schrittweise Aktualisierung der Systeme, die Einführung wirksamerer Monitoring-Tools und die Optimierung bestehender Prozesse. Der Plan lief parallel zum laufenden Servicebetrieb, was präzise Planung und Koordination erforderte.

Das 24/7-Support-Modell wurde schrittweise eingeführt, mit besonderem Augenmerk auf die Kontinuität der Services. Es entstanden neue Arbeitsabläufe, es wurden Schichtrotationen eingeführt und Tools für eine wirksame Kommunikation und Übergabe zwischen den Schichten bereitgestellt.

Die Einführung der ITIL-Prozesse wurde von Schulungen und Workshops begleitet. Sie sollten die Mitarbeitenden nicht nur mit den neuen Prozessen vertraut machen, sondern auch deren Bedeutung und Nutzen für die Servicequalität erklären.

Bei der Umsetzung musste VWGS Slovakia mehrere wesentliche Hürden überwinden:

  • Aufbau eines Teams von Cloud-Spezialisten: VWGS Slovakia und Aspecta setzten auf einen neuen Ansatz bei Recruiting und Talententwicklung, mit beschleunigten Schulungsprogrammen und verschiedenen Recruiting-Kanälen, darunter Hochschulkooperationen und Headhunting.
  • Integration technologisch unterschiedlicher Services: Dafür wurden multidisziplinäre Teams gebildet, die Fachleute aus verschiedenen Bereichen zusammenbrachten. Sie erarbeiteten ein einheitliches Vorgehen im Servicemanagement und berücksichtigten dabei die Besonderheiten der einzelnen Technologien.
  • Unvollständige Dokumentation und fehlende Informationen: Hier half die systematische Aufnahme bestehender Prozesse und Systeme sowie die Zusammenarbeit mit den ursprünglichen Teams. Wo sich die nötigen Informationen nicht mehr beschaffen ließen, wurden neue Verfahren und Lösungen erstellt.
  • Einführung des 24/7-Support-Modells: Sie erforderte Änderungen in der Arbeitsorganisation und in der Unternehmenskultur. Der Übergang wurde durch schrittweise Veränderungen, intensive Kommunikation und Anreizsysteme für die Mitarbeitenden im Dauerbetrieb begleitet.
  • Einführung der ITIL-Prozesse: ITIL stieß zunächst auf Widerstand bei Mitarbeitenden, die an die alten Arbeitsweisen gewöhnt waren. Das wurde durch Aufklärung über den Nutzen von ITIL und die schrittweise Einführung der Änderungen gelöst, sodass sich die Mitarbeitenden an die neuen Prozesse anpassen konnten.

Ergebnisse: messbare Erfolge und Wachstum bei VWGS Slovakia

Die Umsetzung hat VWGS Slovakia deutliche und messbare Ergebnisse gebracht:

  • VWGS Slovakia erreichte in den letzten 12 Monaten ein durchschnittliches SLA von 99,5 % und lag damit deutlich über dem ursprünglichen Ziel von 95 %.
  • Das SLA-Ziel wurde bereits innerhalb eines halben Jahres nach Übernahme des Services erreicht, und das mit nur 50 % des geplanten Teams. Das zeigt, wie effizient das Team gearbeitet hat.
  • Das Team wuchs innerhalb von zwei Jahren von 10 auf 50 Personen und übertraf damit die ursprünglichen Ziele beim Kapazitätsaufbau.
  • Das Projekt hat das Serviceportfolio erweitert: VWGS Slovakia übernahm weitere 5 Services und rechnet im kommenden Jahr mit einer weiteren Ausweitung.
  • Die Profitabilität des Teams übertraf die Erwartungen und bestätigte damit den technischen wie den wirtschaftlichen Erfolg des Projekts.

Das vielleicht wichtigste, wenn auch am schwersten messbare Ergebnis ist der Ruf, den sich das Bratislavaer Cloud-Team im gesamten Konzern erarbeitet hat. Diese Anerkennung eröffnet weitere Möglichkeiten und stärkt die Position von VWGS Slovakia als zentraler IT-Dienstleister innerhalb von Volkswagen Group.

Fazit

Die Zusammenarbeit zwischen Aspecta und Volkswagen Group Services Slovakia ist ein wichtiger Meilenstein in der digitalen Transformation der Automobilindustrie. Das Projekt hat eine neue technische Lösung hervorgebracht und zugleich zur Entwicklung des IT-Sektors in der Slowakei beigetragen. Mit dem Aufbau einer robusten Cloud-Plattform für Fahrzeugkonnektivität ist Volkswagen Group seinen Zielen in der Mobilität von morgen ein gutes Stück näher gekommen.

Zugleich hat sich bestätigt, dass slowakische IT-Fachleute Projekte von globaler Bedeutung umsetzen können. Das Projekt ist ein Beispiel für die gelungene Zusammenarbeit zwischen einem etablierten globalen Konzern und einem innovativen lokalen IT-Unternehmen und weist den Weg für ähnliche Initiativen in der Region. Der Erfolg von VWGS Slovakia beim Aufbau des Cloud-Teams und beim Betrieb kritischer IT-Services zeigt, dass sich mit dem richtigen Ansatz, dem nötigen Fachwissen und der nötigen Entschlossenheit auch sehr anspruchsvolle Herausforderungen der digitalen Transformation bewältigen lassen.

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