Die Herausforderung
Der Kunde ist international tätig und nutzt unterschiedliche HR- und Finanzsysteme, die sich infolge von Akquisitionen und lokalen gesetzlichen Rahmenbedingungen unabhängig voneinander entwickelt haben. Dies führte zu uneinheitlichen Methoden der Datenverwaltung, unterschiedlichen Vergütungsansätzen und begrenzter Transparenz über verschiedene Gesellschaften hinweg. Zusammen mit der neuen europäischen Equal-Pay-Richtlinie entstand die Notwendigkeit, nicht nur Prozesse zu vereinheitlichen, sondern auch Datenintegrität und analytische Fähigkeiten der Organisation zu stärken. Zu den wichtigsten Herausforderungen gehörten:
-
Datenkonsolidierung über Gesellschaften und Länder hinweg, unterschiedliche HR- und Finanzsysteme sowie die Notwendigkeit eines einheitlichen Modells für vergleichbare Kennzahlen.
-
Identifikation und Interpretation der vier zentralen Gap-Typen Pay Gap, Gender Gap, Market Gap und Budget Gap auf unterschiedlichen Datenebenen wie PIN, Position, grade und job domain.
-
Erfüllung der Anforderungen der EU-Richtlinie 2023/970 und lokaler Reporting-Standards einschließlich der automatisierten Erstellung von Reports.
-
Bewertung der Budgetauswirkungen und Modellierung von Korrekturmaßnahmen mit der Möglichkeit, unterschiedliche Szenarien zu simulieren.
-
Unterstützung der Einführung und Akzeptanz der Lösung bei HR und Finanzmanagern mit Fokus auf Verständlichkeit, konkrete Handlungsoptionen und sicheren Umgang mit sensiblen Daten.
Die Lösung
Aspecta konzipierte und implementierte Aktives Equal Pay Management, das fortgeschrittene Analytik mit Prozessautomatisierung verbindet. Die Notwendigkeit einer solchen Lösung ergab sich aus der Komplexität der Datenlandschaft, unterschiedlichen lokalen Methoden und steigenden gesetzlichen Anforderungen, die ein einheitliches, transparentes und auditierbares System für das Management von Equal Pay erforderten.
Die Lösung basiert auf Power BI, Power Automate und MS SQL in Azure und ist über REST API und HR-Exporte integriert.
Das System ermöglicht:
-
automatisierte Erfassung und Verarbeitung von Vergütungsdaten aus mehreren Quellen wie HR-Systemen, Gehaltsdatenbanken, Finanzplänen und Marktbenchmarks
-
Konsolidierung und Aggregation von Daten über Organisationsebenen und Länder hinweg,
-
Visualisierung aller vier Gap-Typen: Pay Gap, Gender Gap, Market Gap und Budget Gap,
-
Modellierung von Maßnahmen zur Korrektur und Quantifizierung ihrer finanziellen Auswirkungen,
-
Export und Reporting für interne und gesetzliche Zwecke.

Umsetzung
Das Projekt wird in zwei Hauptphasen umgesetzt:
-
Pilotphase (1–2 Monate): Bereitstellung des Standardmodells, Anbindung an Datenquellen und Validierung der Berechnungen.
-
Anpassungsphase (bis zu 4 Monate): Erweiterung um gesetzliche und organisatorische Besonderheiten des Kunden sowie Erstellung von Simulationen und Finanzszenarien.
Die Architektur der Lösung ist für eine einfache Erweiterung und Skalierung innerhalb der Azure-Umgebung des Kunden ausgelegt. Die Lösung kann auch in einer hybriden Architektur betrieben werden, bei der ein Teil der Daten in On-Premises-Systemen verbleibt und die analytische Ebene in der Cloud läuft. Dadurch werden Flexibilität und der Schutz sensibler Informationen unterstützt.
Ergebnisse und Nutzen
Das Tool bietet dem Management:
-
Einheitliches KPI-Monitoring für Equal Pay mit Pay Gap, Gender Gap, Market Gap und Budget Gap.
-
Möglichkeiten zur Modellierung von Maßnahmen und Simulation ihrer finanziellen Auswirkungen.
-
Transparenz und Compliance, wodurch Risiken durch Nichteinhaltung und mögliche Reputationsfolgen reduziert werden.
-
Schnelles Reporting für interne Zwecke und Regulierungsbehörden.
-
Eine flexible Architektur für Cloud- und Hybridumgebungen.
Im weiteren Kontext stellt die Implementierung der Lösung Aktives Equal Pay Management einen bedeutenden Schritt hin zu datenbasiertem und fairem Personalmanagement dar. Die Organisation kann damit nicht nur gesetzliche Pflichten erfüllen, sondern Vergütungsdaten auch strategisch nutzen, eine inklusive Kultur unterstützen und das Vertrauen der Mitarbeitenden in transparente interne Prozesse stärken.
Langfristig gewinnt die Organisation damit nicht nur an Effizienz und Compliance, sondern auch an Reputationskapital und Wettbewerbsvorteilen auf dem Arbeitsmarkt.
Fazit
Aktives Equal Pay Management zeigt, dass Equal Pay nicht nur als gesetzliche Verpflichtung, sondern auch als strategische Chance betrachtet werden kann. Durch die Verbindung von Daten, Prozessen und Analytik kann eine Organisation ihre Vergütungsstrukturen besser steuern, unbewusste Ungleichheiten reduzieren und das Vertrauen der Mitarbeitenden stärken.
Die Case Study bestätigt zugleich, dass ein systematischer Ansatz für faire Vergütung messbare Vorteile bringt, von effizienteren Entscheidungen und geringeren Risiken bis zur Stärkung von Unternehmenskultur und Reputation. Eine solche Lösung wird damit zu einem wichtigen Baustein eines nachhaltigen und transparenten Human-Capital-Managements.
Aus Sicht von Aspecta zeigt dieses Projekt unseren Ansatz, Technologien mit realen geschäftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen zu verbinden. Mit der Entwicklung einer robusten, skalierbaren und sicheren Lösung haben wir unsere Expertise in Datenintegration, Prozessautomatisierung und der Implementierung von Cloud-Architekturen in einem Umfeld mit hohen Anforderungen an den Schutz personenbezogener Daten bestätigt.
Das Projekt zeigt, dass technische Exzellenz und ein verantwortungsvoller Umgang mit Daten positive Veränderungen im Bereich Equal Pay vorantreiben können.


